Der Hort „Flotte Waldkäfer“ in Rostock ist von Schimmel befallen. Die Stadt weiß um den maroden Zustand des Gebäudes, hat bisher aber keine Lösung für die Schüler geschaffen. Eltern sind entsetzt, dass ihre Kinder in den unsanierten Plattenbau zurückkehren sollen.

Betrieben wird der Hort vom Deutschen Roten Kreuz Rostock, Eigentümerin ist jedoch die Stadt. Anfang Februar hatten Horterzieherinnen Verfärbungen im Treppenhaus bemerkt, gemeldet und zeitnah alle aus dem Gebäude geholt. Ein Raumluftgutachten ergab, dass alle Räume im Hort von Schimmel befallen sind, wie der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) bestätigt. „Aus Gründen des Gesundheitsschutzes wurde der Hort sofort geschlossen“, sagt Arndt Draheim, KOE-Sprecher.

Seit Wochen werden alle Oberflächen und Möbel gründlich gereinigt und neue Luftmessungen durchgeführt. Sobald diese Werte zulässig sind, soll der Hort wieder genutzt werden – womöglich schon in der kommenden Woche, wie das DRK sagt. Der Bastelraum wird aber bis auf Weiteres gesperrt bleiben.

„Keiner schickt mit ruhigem Gewissen sein Kind dort wieder rein“, sagt Vater Tobias Scherf. Zumal: Die Nutzung des Gebäudes ist nur noch bis Ende 2026 zulässig – dann ist es zu alt. „Es macht mich wütend“, sagt Mutter Josphine Belling. Stadt und DRK wüssten schon lange, dass der Hort nicht mehr nutzbar sei. „Für die Kinder wollen sie kein Geld in die Hand nehmen.“

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